Tageszentrum Miteinander Füreinander Meilen

Begegnungs- und Bildungszentrum

Filme

Sie finden hier eine Sammlung guter Filme, die entweder psychologisch gesehen wertvoll sind oder dem Gemüt gut tun. Fast alle angegebenen Filme haben wir im Tageszentrum Miteinander Füreinander diskutiert und mit den psychologisch erfahrenen Leitern Dr. med. Lilly Merz Raff und Diethelm Raff auf ihren psychologischen Inhalt untersucht. Wir fassen den Inhalt der Filme zusammen oder geben einfach den Titel an und erklären teilweise, was wir dabei bemerkenswert finden. Die Liste wird laufend erweitert. Sie können uns gerne weitere Vorschläge zusenden. Der junge Edison, ‚The young Tom Edison‘, 1940, Regie: Norman Taurog, mit Mickey Rooney Der grosse Edison, ‚Edison, the Man‘, 1940, Regie: Clarence Brown, mit Spencer Tracy Die Kinder des Monsieur Mathieu, Les Choristes, 2003, Regie: Christoph Barratier Intouchables, 2011, Regie: Olivier Nakache, Eric Toledano ‚The Theory of Everything‘ – Die Entdeckung der Unendlichkeit, 2014, Regisseur James Marsh King`s Speech, 2010, Regie: Tom Hooper, mit Colin Firth La vita è bella, 1997, Regie: Roberto Benigni Ich habe Dir nie einen Rosengarten versprochen, 1977, Regie: Anthony Page Dangerous minds, 1995, Regie: John N. Smith, mit Michelle Pfeiffer Le château de ma mère, 1990, Regie: Yves Robert La gloire de mon père, 1990, Regie: Yves Robert Stand and deliver, 1988, Regie: Ramón Menéndez East of Eden, 1955, Regie: Elia Kazan nach einem Buch von John Steinbeck

Zu Kings Speech

20. März 2011: Besuch des Films "The King`s Speech" mit anschliessendem Gespräch darüber, wie ein übervorsichtiger Lebensstil aus einer kritisierende und bezwingenden Erziehungshaltung entsteht und wie eine freundschaftliche und gleichwertige Haltung des Psychotherapeuten zu einer anderen Meinung zum Leben verhelfen kann.

Zu The Theory of Everything

In unserer Reihe ‚Psychologisch interessante Filme‘ haben wir im Tageszentrum Miteinander Füreinander in Meilen über folgenden Film ganz spannende Diskussionen geführt: „The Theory of Everything“ – „Die Entdeckung der Unendlichkeit“, 2014, Regisseur James Marsh In diesem Film werden die Lebensgeschichte und die Lebenshaltung des Physikers Stephen Hawking auf eindrückliche Art und Weise dem Zuschauer nahe gebracht. Hawking – gesellig, forschungsfreudig und hoch gewitzt – verliebt sich als junger Student in Cambridge in Jane Wilde, eine herzliche, lebensmutige, schöne junge Frau. Sie erwidert seine Begeisterung und die beiden tun sich zusammen. Es spielt ihnen keine Rolle zu diesem Zeitpunkt, wie unterschiedlich sie weltanschaulich sind: Hawking denkt und fühlt naturwissenschaftlich und erforscht die physikalischen Begebenheiten, die die Entstehung des Universums erklären; Jane ist religiös und ist innerlich zutiefst überzeugt, dass Gott alles geschaffen hat. Kurz nachdem sie sich kennengelernt haben, erhält Stephen eine schockierende Diagnose: Er hat ALS (Amyotrophe Lateralsklerose), eine degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems, und eine Lebensdauer von 2 Jahren wird ihm prognostiziert. Die beiden beschliessen, trotz der Diagnose ihr Leben weiterhin gemeinsam weiterzuführen. Ab hier wird in jedem Moment des Filmes und mit der Zeit immer stärker deutlich, wie das unterschiedliche Grundlebensgefühl, das die beiden haben, sie auseinander treibt, und wie generell ein bestimmtes Lebenseinstellung sich auf alles auswirkt, was ein Mensch in seinem Leben anpackt. Stephen Hawking hat eine ausserordentlich lebenstaugliche Haltung von seinen Eltern mitbekommen: Wie man in einer Szene bei ihm zu Hause sieht, darf bei Hawkings jeder seine Meinung frei einbringen, ohne dass jemand beleidigt würde oder sich durchsetzen und eine „richtige“ Ansicht festlegen müsste. Die Eltern waren auch Forscher, und sie gaben ihren Kindern mit, dass man alles untersuchen und das Leben mit einer gewissen Leichtigkeit und immer mit einer grossen Zuversicht angehen kann. So fragt Hawking nach seiner schweren Diagnose den Arzt als Erstes: „Ist das Hirn auch betroffen?“ und denkt schon weiter, anstatt in sich zusammenzustürzen. Auch unter den widrigsten Umständen – sogar als er das Gehen, das Sprechen, alle motorischen Funktionen nach und nach verliert – hat er sein Leben lang einfach immer weitergedacht und nach Lösungen für die auftauchenden Schwierigkeiten gesucht, anstatt darauf mit Schwermut oder Verzweiflung zu reagieren. Jane opfert sich tapfer und liebevoll auf für ihren Mann, gerät aber in eine schwere Stimmung ob der schwierigen Lebenssituation. Sie nimmt alle Ereignisse viel schwerer, erlebt sie als sehr tragisch und leidet darunter, dass sie ihrer Empfindung nach ein schweres Leben führt. Sie findet sich viel mehr mit Jonathan, dem Leiter des Kirchenchors, welcher der Familie auch viel Unterstützung gibt, da dieser die religiöse Weltanschauung mit ihr teilt. Als Stephen klar wird, dass Jane zu sehr unter ihrer Situation leidet und sich in Jonathan verliebt hat, besitzt er sogar die Grösse und das Mitgefühl den beiden zu ermöglichen, dass sie mehr miteinander zusammen sein können. Darin und in vielen anderen Punkten wird deutlich, dass Hawking ein grosses Gemeinschaftsgefühl hat. Das heisst, dass er aus der Beziehung und aus allem Menschlichen grosse Freude zieht: Denn nachdem er einen Orden von der Queen erhalten hat, zeigt er auf seine Kinder und sagt zu seiner Ex-Frau: „Schau mal, was wir Schönes zustande gebracht haben.“ Seine Verbundenheit zu anderen Menschen und seine aufs Leben aufbauende Gefühlshaltung kommt auch darin zum Ausdruck, dass er sich nicht als benachteiligt sieht: Von ihm aus gesehen hat jeder Mensch seine Herausforderungen zu bewältigen und das Schöne ist, dass die Menschheit immer weiter kommt darin, diese gemeinsam zu bewältigen. Durch diese Haltung ist es ihm gelungen, 72 Jahre alt zu werden und auch jetzt immer noch munter weiterzuleben und weiterzuforschen. Bei der Diskussion mit Diethelm Raff und Lilly Merz Raff im Tageszentrum Miteinander Füreinander in Meilen über den Film ist uns allen bewusst geworden, wie wichtig es ist, einen Partner gut auszusuchen. Obwohl Jane und Stephen beide ganz tolle, intelligente und beziehungsfähige Menschen waren, ist es nicht einfach, wenn kulturell oder religiös grosse Unterschiede bestehen. Mindestens sollte man sich vor dem Eingehen einer festen Beziehung darüber klar werden, dass diese Unterschiede im Aug behalten werden und immer wieder durchgesprochen werden müssen. Sonst entfremdet man sich zu sehr und eines Tages merkt das Paar, dass sie sich nicht mehr lieben. Das war natürlich nur ein Aspekt des grossartigen Films.

Zu East of Eden

East of Eden, 1955, Regie: Elia Kazan nach einem Buch von John Steinbeck James Dean in seiner besten Rolle - Eifersuchtsdrama zwischen zwei Brüdern In diesem eindrücklichen Film geht es um zwei Brüder, die von ihrem Vater unterschiedlich geliebt und geschätzt werden. Die Eifersucht des benachteiligten Jüngeren, des Zurückgestossenen, ist sehr gross. Das auffressende Gefühl von Eifersucht wird deutlich auf die Ungleichbehandlung des Vaters gegenüber seinen Söhnen zurückgeführt. Der gefühlsmässige Schmerz der Eifersucht und die Blüten, die sie treiben kann, wird in diesem Film ergreifend gezeigt. Unter anderem treibt sie den Älteren immer mehr dahin, alles übergenau zu erfüllen und den Jüngere dahin, immer mehr Unsinn zu machen. Im ersten Weltkrieg verlor der Vater durch ein gewagtes Projekt viel Geld, was dem weniger geliebter, jüngeren Sohn Cal als Möglichkeit erschien, einmal als der Bessere dazustehen. Er wollte durch Anbau von Bohnen, deren Wert durch die Kriegsnachricht stieg, wieder schenken. An Vaters Geburtstag übergab Cal ihm das Geld, mit welchem er die Gunst des Vaters erlangen wollte. Es freute den Vater zuerst. Als er aber realisierte, dass der Gewinn ein Kriegsgewinn ist, lehnte er es rundweg ab. Sein anderer, geliebterer Sohn Aron, der an demselben Geburtstag die Verlobung mit Abra bekannt gab, machte ihm die grösste Freude und stahl Cal bewusst oder unbewusst die Anerkennung vom Vater. Diese Szene ist als Kulminationspunkt der Eifersucht dargestellt, was auch deutlich macht, dass beide Brüder von Eifersucht geplagt sind, sobald der andere in der Gunst des Vaters zu steigen scheint. Ein teilweises Happyend ergibt sich am Schluss des Filmes, als der Vater seinem Sohn Cal um etwas bittet. Das zeigte Cal, dass der Vater auch ihn liebt, und das machte ihn glücklich und beruhigte sein aufgewühltes Gemüt sofort. Als Ergänzung zu diesem Film empfehlen wir eine hervorragendes Buch zur Eifersucht: Walter Alvares Keller: Du bist kein Engel Angela, ISBN 978-3-03849-000-5, das vom „Verlag Psychologie und Erziehung“ im Bildungszentrum für Psychologie und Erziehung herausgegeben wurde. Das Buch betrachtet die Eifersucht psychologisch und zeigt einen Ausweg auf, wie man aus ihr herauskommt. Wie fast immer, kann ein komplexes Themas in einem Buch besser dargelegt werden als in einem Film. Schon oft haben wir dieses Buch im Tageszentrum Miteinander Füreinander in Meilen ausführlich und tiefgehend diskutiert. Es lohnt sich, sich mit diesem Thema aus verschiedenen Perspektiven zu befassen.

Zu Intouchables

„Intouchables“ – „Ziemlich beste Freunde“, 2011, Regie: Olivier Nakache, Eric Toledano Der Film erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen zwei ungleichen Männern: dem jungen, dunkelhäutigen, am Rande der Legalität balancierenden Driss und dem schwer reichen, älteren adligen Tetraplegiker Philippe. Philippe, der seit einem Paraglidingunfall ab dem dritten Halswirbel abwärts gelähmt ist, ist auf der Suche nach einer neuen Pflegekraft, die bei ihm im Palais mit dem restlichen Personal zusammen wohnen wird und sich seiner rund um die Uhr annehmen soll. Viele ausgebildete Pflegefachleute bewerben sich um die attraktive Stelle und weibeln um die Gunst des vermögenden Patienten. Dieser jedoch zeigt sich gelangweilt von der immer gleichen Unterwürfigkeit und gleichzeitig bemitleidenden Haltung, mit der ihm die potentiellen Pflegepersonen begegnen. Einzig Driss, der lediglich eine Unterschrift fürs Arbeitsamt von ihm will und ansonsten völlig uninteressiert ist sowohl an der Stelle wie auch daran, einen guten Eindruck zu hinterlassen, weckt Philippes Interesse – und er stellt ihn kurzerhand und trotz Fehlen jeglicher Qualifikationen ein. Denn was Philippe von seinem Gegenüber will, ist weder Mitleid aufgrund seiner Behinderung noch Unterwürfigkeit aufgrund seines Besitzstandes. Beidem ist er überdrüssig: Was er will, ist eine gleichwertige Beziehung. Mit Driss’ Einzug ins Palais kommt viel frischer Wind in Philippes steifes, adliges Anwesen und Licht in sein dämmerhaftes Leben. Frisch, frech, schonungslos ehrlich aber stets zugewandt und niemals respektlos begegnet Driss seinem Arbeitgeber und Patienten. Zusehends entwickelt sich dabei eine von Gleichwertigkeit getragene Freundschaft zwischen den beiden ungleichen Männern, die einen Zuwachs an Lebensfreude für den einen und an Lebensinhalt für den anderen mit sich bringt. Die schöne Entwicklung wird unterbrochen, als Driss nach einiger Zeit die Stelle aufgeben muss, weil er sich um seine Herkunftsfamilie kümmern muss. Philippe fällt in sich zusammen, wird verbittert und verfällt in eine Depressivität ob des Verlustes der wichtigen Beziehung und freundschaftlichen Verbundenheit zu Driss. Sein Zustand verschlechtert sich derart, dass die Haushälterin sich gezwungen sieht, Driss ausfindig zu machen und zu einer Rückkehr zu bewegen. Dieser kommt zurück, jedoch nicht um auf Lebzeiten Philippes Betreuer zu bleiben, sondern um ihm durch seine gleichwertige Freundschaft und beziehungsvolle Art den nötigen Mut zu geben, sich sein Leben trotz Behinderung wieder mit jener Form Beziehung einzurichten, die er seit langem vermisst, aber sich nicht mehr zugetraut hat – einer neuen Partnerschaft mit einer Frau. Der Film zeigt auf eindrückliche Weise die Kraft einer gleichwertigen Beziehung und Freundschaft für den Lebenssinn und die Lebensfreude, auch unter schwierigen Umstände Darüber hinaus ist er ganz einfach herrlich erfrischend, humorvoll, herzerwärmend und ermutigend, ohne oberflächlich oder kitschig zu werden. Das Drehbuch beruht auf einer wahren Geschichte. Wir haben im Rahmen des Tageszentrums Miteinander Füreinander Meilen zusammen mit dem Leiter Diethelm Raff über den Film diskutiert. Aufgrund des Eindrucks des Films ergaben sich schöne Diskussionen über die Wertigkeit des Menschen, über den Sinn des Lebens, über gleichwertiges Zusammenarbeiten, über gleichwertige, unvoreingenommene Freundschaft und generell über die Bedeutung der Gemeinschaft im Leben.

Zu La gloire de mon père

„La gloire de mon père“ , 1990, Regie: Yves Robert Der kleine Marcel liebt seinen Vater, welcher Lehrer ist, über alles, und lernt durch dessen Begeisterung am Lernen schnell lesen. Jeden Sommer verbringt die Familie ihre Ferien in der Provence auf dem Lande. Marcel und sein jüngerer Bruder erleben dort schöne Wochen in der Natur. Der Höhepunkt der Ferien ist die Jagd nach Alpensteinhühnern. Dank Marcel, der unerlaubterweise auf die Jagd mitkommt, erlegt der Vater zwei Alpensteinhühner. Dadurch wird die Jagd ein besonders schönes Erlebnis für Vater und Sohn. Herausragend an diesem Film ist die liebevolle Inszenierung der Beziehung zwischen den Eltern und ihren Kindern, welche ein schönes Beispiel einer gelungenen Erziehung darstellt. Die Kinder werden bedingungslos geliebt und zugleich ernst genommen, gleichwertig behandelt und wohlwollend gefördert. In mehreren Kaffeerunden im Tageszentrum Miteinander Füreinander in Meilen haben wir interessante Diskussionen über diesen Film gehabt. Einer der Kernpunkte im Tageszentrum sind Erziehungsfragen, die Hilfe an Eltern, die mit ihren Kindern nicht zu Rande kommen und Hilfe an Kindern, denen es nicht gut geht sowohl schulisch wie sonst im Leben. Deshalb ist dieser Film so toll und zeigt auf, dass man eine sehr schöne Beziehung zu den Kindern aufbauen kann und das Gemeinschaftsleben in der Familie zu einem erfüllenden Erlebnis machen kann. Diethelm Raff und Lilly Merz Raff haben die Diskussion mit vielen Beispielen aus der Erziehungspraxis bereichert.

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